Digitalisierung ist ein People Business

Erkenntnisse vom IOM Summit 2019

Wenn der diesjährige IOM Summit in Köln eines bestätigt hat, dann das: Bei der Digitalisierung, bei Change, bei Transformation geht es um Menschen, um das miteinander reden, um den Austausch.

Nach meiner eigenen Premiere im Vorjahr, war ich auch dieses Jahr wieder Teilnehmer bzw. Teilgeber beim IOM Summit. Die hier versammelte Community teilt vor allem eines: Das Verlangen nach dem Austausch miteinander. Der Event bietet allerhand Möglichkeiten gegenseitig Inspiration zu erfahren. Über meine eigenen Erkenntnisse gebe ich im Folgenden Einblick.

Workhacks zum Mitnehmen

Ich bin davon überzeugt, das Gespräch auf Augenhöhe mit anderen bringt einen weiter. Es öffnet den Geist für Neues, kreiert Ideen und motiviert für anstehende Aufgaben. Das hat zum Beispiel das gemeinsame Abendessen mit Marc Habenicht gezeigt. Wir unterhielten uns über einen tollen Workhack, den er bei Bosch für sein Team eingeführt hat.

Zum Glück konnte ich ihn davon überzeugen, dies auch mit der Community zu teilen. Anfang der Woche hat er einen kurzen Blog dazu bei LinkedIn veröffentlicht. Dank einer einfachen Frage gelingt es dem Team nicht über Arbeitsprobleme zu sprechen, sondern sich besser kennenzulernen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Weg vom Working Lunch hin zur inspirierenden Mittagpause.

Digital Leadership fängt bei einem selbst an

Wenn wir über Digitalisierung und Change sprechen, fängt der Prozess bereits bei der eigenen Haltung an. Natürlich kann die Moderation und das Coaching einfacher von der Hand gehen, wenn man in dieser Rolle glaubwürdig ist. Habe ich vor wenigen Monaten noch die Cloud verteufelt und Instagram oder TikTok als nutzlosen Kram für Teenies abgestempelt, kann ich heute nur schwerlich Leadership in Zeiten des Digital Change vorleben.

Was gesagt wird, muss auch gelebt werden. Andere können nur zu Freiwilligkeit motiviert werden, ein Digital Mindset kann nicht verordnet werden. Dabei ist es wichtig das eigene Personal zu fördern und die Expertise sowie Motivation für die Organisation nutzbar zu machen. Das dadurch frei gelegte und gewonnene Wissen muss dann erfolgreich verankert werden.

Ich bin überzeugt, dass Intrapreneure hier eine Schlüsselrolle zu kommt. Sie haben das Mindset, Toolset und Skillset um im digitalen Zeitalter Leadership zu übernehmen und die Organisation zukunftsfähig aufzustellen. Sie bringen die intrinsische Motivation mit, das eigene Unternehmen besser zu machen. Sie haben beste Voraussetzungen, um als Antreiber, Change Agents oder Vorbilder zu agieren.

Für das People Business die geeigneten Enabler finden

Egal wie man sie nennt: Change Agents, Botschafter, Multiplikatoren oder Corporate Influencer. Der IOMS hat gezeigt, auf die Identifikation und das Einbinden dieser Personen kommt es an. Ich bin überzeigt, es lohnt sich, diese Gruppe so divers wie möglich aufzubauen.

Und auch hier zeigt sich, es dreht sich vieles um Enablement. Diese Personen sind keine Besserwisser oder herausgestellte Leuchttürme. Sie sind Coaches und Anker für ihre Peers. Ihre wichtigste Aufgabe ist die gleiche, wie die aller anderen in digitalen Changeprozessen: Reden. Auch sie sollen viel und mit vielen unter den KollegInnen darüber reden, was passiert.

Am Ende sollen sie Experten und Rebellen sein. Sie dürfen und sollen Regeln brechen und sich keine Sorgen darüber machen. Sie sollen lebendig und bunt kommunizieren. Nur durch diesen Austausch können erfolgreich individuelle Use Cases identifiziert werden, die eine erfolgreiche Transformationen ermöglichen. Das haben diverse Talks beim IOMS deutlich gemacht.

Nicht von oben herab. Das Miteinander steht im Fokus

Eine Diskussion, die viele umtreibt und ärgert ist die um das Beanspruchen einer Wissenshoheit. Sätze wie „wir müssen die Menschen mitnehmen, sie abholen“ wurden häufig gesagt, aber ebenso häufig abgelehnt. Schon sehr lange antworte ich in Meetings darauf immer wie folgt:

Was also stattdessen? Tja, wie wäre es mit reden und fragen, statt anzunehmen? Working Out Loud, Barcamps, Lunchquestions oder Use Case Shopping erscheint deutlich vielversprechender, als Annahmen zu treffen und davon ausgehend versuchen Lösungen maßzuschneidern.

Es geht darum die Perspektiven zu wechseln. Ich zum Beispiel stelle mir stets die Frage, was wenn das Gegenteil von meinen Annahmen richtig wäre? Was wenn mein Gegenüber recht hat und ich falsch liege.

So wie es auch die #VUCARockers tun, in dem sie das Akronym VUCA umdeuten in: Vision, Understanding, Clarity und Agility. Sie sind visionär, versuchen zu verstehen, schaffen Klarheit und sind agil.

Austausch und Vernetzung erfahren und vermitteln

Der IOM Summit hat auch dieses klar gemacht: Der Austausch und die Vernetzung machens! So wie es unsere Aufgabe ist, Enablement zu ermöglichen, so benötigen auch wir den Austausch über die Vision und den Zweck unserer Arbeit. Der Austausch befähigt Menschen eine Lösung zu finden. Auch wir benötigen Vertrauen und das Coaching bzw. Mentoring unserer Peers. So wie wir es in unseren Organisationen anbieten.

Und wer jetzt noch nicht genug hat, kann bei Gabriel Rath im Blog nachlesen, welche 7 Dinge er auf dem IOM Summit über Digitale Transformation gelernt hat. Benjamin Schlindwein hat mittels eines Wakelet ebenfalls eine persönliche Tweet Zusammenfassung vom IOM Summit geteilt.

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